Münzfreistempler waren im Prinzip Warenannahmegeräte, die einen Brief/eine Postkarte nach Einwurf des Portos elektrisch oder per Handkurbel frankierten und in den Briefkasten übernahmen.
Die Stempel bei den Geräten der 1930er-Jahre entsprachen den damals gebräuchlichen Postfreistempeln, während der Einsatz 1954/1955 mit angepassten Absenderfreistempeln erfolgte.
Zu diesem Thema für Geräte in Deutschland wurde schon mehrfach in unseren Berichten geschrieben:
- Bericht 2:
Chronik der ersten Münzfreistempler in Berlin von Christian Wapler - Bericht 32:
Der Beamtentod von W15 - Bericht 49:
Münzfreistempler der Firmen Hänel & Schwarz und Francotyp von Dr. Edo-Meino Eden - Bericht 90:
Ergänzung zum Bericht 49 für das Gerät im PA W9 Berlin - Bericht 59:
Ergänzung (Bild des Münzfreistempels) zum Bericht 49 - Bericht 88:
Spurensuche (Materialien) Barfreimachungsbriefkasten von Hans-Joachim Förster - Literatur Band 040:
Die Entwicklungsgeschichte der Münzfreistempler
Ausarbeitung zum Thema münzbetriebene Freistempelgeräte im Zeitraum von 1896 bis ca. 1945 von Hans-Joachim Förster, Dr. Edo-Meino Eden und Andreas Lehr
Aber auch ausländische Geräte wurden in folgenden Berichten behandelt:
- Bericht 49:
Münzfreistempler in Ägypten (Kairo) - Bericht 61:
Münzfreistempler (von Francotyp) schon zur Reichszeit - Bericht 63:
Münzfreistempler (von Francotyp) in Frankreich (Ergänzung Bericht 61) - Bericht 70:
Münzfreistempler Mailomat aus den USA
Einsätze 1930er-Jahre:
In den 1930er Jahren wurden erste Geräte in Berlin aufgestellt und erprobt. Hersteller war die Firma Haenel & Schwarz, Berlin-Neukölln:

Das Bild zeigt das Gerät für Porto 6 RPf. (nur 10 RPf.-Einwurf). Siehe Schild links vom Münzeinwurf.
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Einsätze und Stempel:
| Standort | PA W9 Potsdamer Fernbahnhof | PA Charlottenburg 9 1) |
|---|---|---|
| Inbetriebnahme | 17.04.1931 | Mai 1932 |
| Ende | 1939 | 1939 |
| Einwurf | 5, 10 RPf. | 10 RPf. – Rückgabe 4 RPf. |
| Mögliche Porti | 5, 10, 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45 | 6 RPf. (Postkarte) |
| Antrieb | Elektrisch | Handkurbel |
| Stempel | ![]() | ![]() |
1) Umsetzung bei einzelnen Messen zum Messe-PA am Funkturm.
| Standort | Strandbad Wannsee 1) | SO 36 Haus der Jugend 2) |
|---|---|---|
| Wannsee 1) | Haus der Jugend 2) | |
| Inbetriebnahme | 04.07.1933 | 1937 |
| Ende | Aug. 1937 | 1939 |
| Einwurf | 10 RPf. – Rückgabe 4 RPf. | 10 RPf. – Rückgabe 4 RPf. |
| Mögliche Porti | 6 RPf. (Postkarte) | 6 RPf. (Postkarte) |
| Antrieb | Handkurbel | Handkurbel |
| Stempel | ![]() | ![]() |
1) Während der Badesaison.
2) Umgerüstetes Gerät vom Strandbad Wannsee.
Auch die für Freistempler und Frankiermaschinen bekannte Firma Francotyp hat in den 1930er Jahren ebenfalls Münzfreistempler konstruiert und sie 1934 der Deutschen Reichspost angeboten. Dort der Hinweis, dass die Geräte probeweise in verschiedene Länder geliefert wurden. Laut vorliegender Maschinenkarten der Firma Francotyp waren dies:
- Nordamerika, Kanada (Automat Modell 3 bzw. 5)
- Belgien (Automat Model Nr. 5)
- Dänemark (Automat Modell 4)
- Frankreich (Automat Modell 6)
Zu einem Einsatz in Deutschland ist des für diese Gerätetypen nicht gekommen.
Einsätze 1954-1955:
Die Firma Francotyp hat dann 1954 ein entsprechendes Gerät hergestellt, das von der Deutschen Post Berlin als „Barfreimachungsbriefkasten“ bezeichnet wurde. Im Volksmund jedoch Beamtentod W15 (Befürchtung um Arbeitsplätze).

Geräteaufnahme aus Bericht 88.
Mit freundlicher Genehmigung des Museums für Post und Telekommunikation.
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Einsätze und Stempel:
| Standort | PA Berlin W15 Litzenburger Straße 35 | PA Berlin-Neukölln 1 |
|---|---|---|
| Inbetriebnahme | Sept. 1954 | Ende 1954/Anfang 1955 |
| Ende | Ende 1954/Anfang 1955 | Ende 1955/Anfang 1956 |
| Einwurf | 1, 2, 5 und 10 Pf. | 1, 2, 5 und 10 Pf. |
| Mögliche Porti | 1 Pf. bis 9,99 DM | 1 Pf. bis 9,99 DM |
| Antrieb | Elektrisch nach Bezahlung des Portos | Elektrisch nach Bezahlung des Portos |
| Stempel | ![]() | ![]() |






