Francotyp

Zu diesen Paketkartenfreistemplern Francotyp wurden in den folgenden Berichten veröffentlicht:

TeilBerichtSeiteAutor
Francotyp Typ P15641Hans-Joachim Förster
6533Hans-Joachim Förster
6750Hans-Joachim Förster
7332Gerd Eich
Francotyp Typ P26635Hans-Joachim Förster
6736Hans-Joachim Förster
7253Hans-Joachim Förster
7336Gerd Eich
Francotyp Typ P36843Hans-Joachim Förster
6845Hans-Joachim Förster
7459
Francotyp Typ P46949Hans Joachim Förster
Francotyp Typ P56962Hans Joachim Förster
Francotyp Typ P67030Hans Joachim Förster
Zweckentfremdung von Paketkarten-Freistempler839Hans Joachim Förster
Freimachung von Eilbriefen mit Paketkarten-Freistempler908Hans-Peter Lawatsch
Notfrankatur auf Briefpost mit Paketkarten-Freistempler9610Hans Joachim Förster

Daneben sind in vielen weiteren Berichten einzelne Details, Unterlagen und Ergänzungen veröffentlicht worden.

 

Ubersicht der 6 Typen

Durch Anklicken des jeweiligen Typenbildes gelangen Sie direkt zur jeweiligen Beschreibung.

Typ P1
Typ P3
Typ P2
Typ P4
Typ P5
Typ P6

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Allgemeines

1928 entschied die Deutsche Reichspost aufgrund von Kostengründen anstelle der Registrierkassen die erheblich preiswerteren Francotyp C-Maschinen anzuschaffen. Die Maschinen entsprachen im Prinzip den Absenderfreistemplern. Die Francotyp-C-Maschinen und ihre Nachfolgemodelle  erhielten zuerst links außen einen zweiten Ortsstempel für den Einlieferungsschein.

Die Datumseinstellung musste für beide Ortsstempel getrennt eingestellt werden.

Der Achsabstand (siehe Bild) wurde durch die Ausführung der Paketkarte bestimmt und änderte sich von Typ zu Typ (siehe dort).


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Arbeitsweise

Mit den Einstellhebeln wurde die Gebühr für das Paket eingestellt und die Paketkarte (nur eine) entsprechend gestempelt. Der Druck wurde je nach Maschinenausrüstung elektrisch oder per Handkurbel ausgelöst. Die einzelnen Summen wurden zu Abrechnungszwecken in einem von zwei Addierwerken aufsummiert.

  • Das Gesamt-Addierwerk konnte nicht manuell zurückgestellt werden. Bei Erreichen eines Höchstwertes wurde automatisch wieder bei Null begonnen.
  • Das Summierungs-Addierwerk konnte manuell mit einem Schlüssel zurückgestellt werden, um es bei Massenauflieferung mit mehrerer Pakete zu verwenden.

Eine Laufnummer (Kontrollnummer) wie bei den Registrierkassen war nicht vorhanden.

Bei falsch eingestelltem Porto wurde wie folgt zu verfahren:

  • Porto zu niedrig: es musste mit Briefmarken nachfrankiert werden.
  • Porto zu hoch: Vermerk auf der Paketkarte und weiteren postalischen Unterlagen.

Besonderheiten bei Auslandspaketkarten (größeres Format):

  • Typen P1 bis P4
    • Der Stammteil wurde so abgedeckt, dass der Tagesstempel nicht auf der Paketkarte abgestempelt wurde. Ein üblicher Tagestempel wurde manuell abgeschlagen.
    • Paketkarte senkrecht mit Typ P4 bedruckt (siehe dortiges Bild 3).
  • Typ P5 wurde speziell für Auslandspaketkarten entwickelt und eingesetzt.
  • Bei Typ P6 wurde nur der rechte Teil (Stammteil) abgedruckt; der linke Teil wurde abgeschaltet.

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Typ P1

Wichtige Daten:

  • Grundmodell Francotyp C
  • Wichtige Merkmale:
    • Achsabstand 78 mm
    • Stückzähler zwischen Wertrahmen und Ortstempel Stammteil.
  • Wertrahmen:
    • Bogenrechteck Deutsches Reich
    • Deutsche Post Posthorn
  • Wertziffern:
    • 000 bei Handbetrieb
    • *000 bei elektrischem Antrieb (3 Maschinen)
  • Lieferung
    • 7 Stück bis Ende 1929
    • 2 Stück Ende 1930
  • Letzte Verwendung: Mitte 1950er-Jahre
  • 2 Maschinen vom Typ P1 wurde in Typ 2 umgebaut.

Besonderheiten:

  • Die Maschinen wurden auch zur Stempelung von anderen Sendungen (Drucksachen, Postkarten, Brief) verwendet. Diese Belege haben dann neben dem Wertrahmen zwei Ortsstempel.

Stempelabdrucke:

Bild 1:

Maschinenkarte aus Bafra-Archiv.
Wertrahmen Bogenrechteck Deutsches Reich.
Ortsstempel mit unterschiedlicher Ortsangabe. Stückzähler.

Bild 2:

Wertrahmen Bogenrechteck Deutsches Reich.
Ortsstempel mit gleicher Ortsangabe. Stückzähler

Bild 3:

Wertrahmen Deutsche Post Posthorn. Vergleiche mit Bild 1. Ortsstempel mit gleicher Ortsangabe. Stückzähler.


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Typ P2

Wichtige Daten:

  • Grundmodell Francotyp C
  • Wichtige Merkmale:
    • Achsabstand 66 mm
    • Kein Stückzähler zwischen Wertrahmen und Ortstempel Stammteil.
  • Wertrahmen:
    • Achteck-Wertrahmen Deutsches Reich
    • Achteck-Wertrahmen Deutsche Post
    • Deutsche Post Posthorn
    • Deutsche Bundespost
  • Wertziffern:
    • 000 bei Handbetrieb
    • — •000 bei elektrischem Antrieb
    • ♦000 bei elektrischem Antrieb
      Ausnahme: Maschinen für Frankfurt/Main 9, München 3 und Wiesbaden 5 Handbetrieb.
  • Lieferung
    • 12 Stück zwischen 10.1936 und April 1944
      Hiervon 2 umgebaute Maschinen Typ 1 in Typ2.
    • 5 Stück von 12.1949 und Okt. 1950
      Alle mit dem Wertrahmen Deutsche Post Posthorn.
      3 Maschinen mit Handbetrieb.
  • Letzte Verwendung: 1968 in Menden

Stempelabdrucke:

Bild 1:

Besonderheiten:

  • 1943 fehlte zeitweise in Berlin der Tagesstempel auf dem Stammteil.
  • Eine Maschine wurde zwischen 1939 und 1944 in Linz an der Donau (Österreich) eingesetzt (Ostmark des Deutschen Reiches).
  • Eine Maschine wurde 1944 in Metz (Frankreich) eingesetzt, die ab 1951 in Neustadt an der Weinstraße verwendet wurde.
  • Der Achteck-Wertrahmen Deutsches Reich wurde auch nach dem 2. Weltkrieg teilweise weiterverwendet. In Lübeck bis Sommer 1949.

Bild 2:

Besonderheiten:

  • Die Maschinen wurden auch zur Stempelung von anderen Sendungen (Drucksachen, Postkarten, Brief) verwendet (siehe Bild 2). Diese Belege haben dann neben dem Wertrahmen zwei Ortsstempel.
  • Dieser Wertrahmen wurde nur in Bielefeld nachgewiesen. Auf Paketkarten 12.1950 und 09.1951.

Bild 3:

Besonderheiten:

  • Verwendung dieses Wertrahmens ab 1949.
  • Diese Maschine Berlin N4 wurde bis Kriegsende mit dem Achteck-Wertrahmen Deutsches Reich betrieben.

Bild 4:

Besonderheiten:

  • Verwendung dieses Wertrahmens ab 1951 (Neustadt an der Weinstraße).

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Typ P3

Wichtige Daten:

  • Grundmodell Francotyp Cc
  • Wichtige Merkmale:
    • Achsabstand 67,5 mm
    • Ortstempel auf der Stammkarte ersetzt durch Datum im Rechteck.
    • PLZ (nicht im Saarland), Ort und Unterscheidungsbuchstabe unterhalb Wertrahmen.
  • Wertrahmen:
    • Deutsche Bundespost
    • Deutsche Post Posthorn (nur in Berlin-West)
    • Deutsche Bundespost Berlin (siehe Bild 2)
    • Achteck-Wertrahmen Post Saar (siehe Bild 3)
    • Deutsche Bundespost Saarland
  • Wertziffern:
    • —•000
    • ♦000
  • Lieferung
    • Ca. 100 Stück ab 1951
      Der größte Teil der Maschinen mit Handbetrieb.

Besonderheiten:

  • Die Maschinen aus dem Saarland wurden alle am 11.06.1060 von Francotyp zurückgenommen.
    Die Maschinen wurden überholt und für die andere Länder angepasst. Zu finden waren solche Maschinen in Norwegen, Israel, Dänemark, Österreich (kurzfristig als Muster – später wieder im Saarland eingesetzt und 1962 wieder Norwegen).

Stempelabdrucke:

Bild 1:

Musterkarte bei Auslieferung der Maschine

Bild 2:

Nur die Maschine in Berlin SW 77 erhielt später

  • den Wertrahmen „Deutsche Bundespost Berlin und.
  • den Ortsnamen ohne PLZ.

Bild 3:

Besonderheiten:

  • Die Maschinen im Saarland hatten vor dem Ortsnamen keine PLZ.
  • Das Saarland wurde zum 01.01.1957 Bundesland der Bundesrepublik, blieb jedoch bis zum 05.07.1959 wirtschaftlich bei Frankreich, so dass die Währung in Franc (Fr) ausgewiesen wurde.
  • Aufgrund der politischen Gegebenheiten für das Saargebiet sind folgende Wertrahmen zu finden:
    • Post Saar mit Währung Franc bis 05.07.1959 (wie Bild 3).
    • Deutsche Bundespost mit DM ab 06.07.1959 (wie Bild 1 ohne PLZ).
    • Deutsche Bundespost Saarland Franc (F) ab 30.09.1957 bis 05.07.1959 für die neu gelieferte Maschine für St. Wendel (Saar) bzw. ab 17.02.1959 Homburg (Saar).


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Typ P4

Typ P4 in der Erstausführung. Später etwas moderner.

Wichtige Daten:

  • Grundmodell Francotyp Cc
  • Wichtige Merkmale:
    • Achsabstand 78 mm
    • Ortstempel auf der Stammkarte und Einlieferungsschein ersetzt durch Datum ohne Rechteck.
    • Mit/ohne PLZ, Ort und mit/ohne Unterscheidungsbuchstabe unterhalb Wertrahmen.
      • Unterscheidungsbuchstabe bei vorhandener PLZ nach der Ortangabe [z.B. Laichingen (Württ) =a=].
      • Unterscheidungsbuchstabe bei fehlender PLZ vor der Ortsangabe (z.B. =a= BAMBERG 1).
      • Der Einlieferungsschein erhält das Porto aus dem Wertrahmen und die Angaben unterhalb des Wertrahmens (Ggf. PLZ, Ort, ggf. Unterscheidungsbuchstabe). Anordnung siehe Bild 1und 2.
    • Wertrahmen:
      • Deutsche Bundespost
      • Deutsche Post Posthorn (nur in Berlin-West – siehe Bild 2)
      • Deutsche Bundespost Berlin (siehe Bild 2)
    • Wertziffern:
      • *000
      • —•000 (wenige Maschinen im alten Bundesgebiet)
      • ♦000 (teilweise in Berlin)
    • Lieferung
      • Ca. 280 Maschinen ab Ende 1951.

Besonderheit:

  • Bei den fränkischen Postämtern Bamberg 2, Coburg 1 und Erlangen 2 entfiel der Wertrahmen. Nur Portoangabe, Ort und Unterscheidungsbuchstabe.

Stempelabdrucke:

Bild 1:

Ab Lieferung März 1953 ist die PLZ (hier 14b) entfallen. Der Unterscheidungsbuchstabe unter dem Wertrahmen wurde vor den Ort gesetzt.

Bild 2:

Auszug aus der Maschinenkarte.
Die Maschinen wurde mit dem Wertrahmen Deutsche Post Posthorn ausgeliefert und am 13.09.1956 auf den Wertrahmen Deutsche Bundespost Berlin umgerüstet. Die Wertziffer beginnt dann mit der Raute (anstelle Stern – nur bei wenigen Berliner Maschinen).

Bild 3:

Auslandspaketkarte mit senkrechtem Abdruck des Freistempels vom Typ P4.

Bei Auslandspaketkarten (größeres Format) wurden beim normalen Einsatz Textteile überdruckt. Einige Postämter haben Auslandspaketkarten so in die Maschinen den Typs P4 eingelegt, dass der Abdruck senkrecht erfolgte (siehe nebenstehendes Bild).
Für Auslandspaketkarten wurde der Typ P5 entwickelt.


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Typ P5

Die Maschine wurde für das Stempeln der Auslandspaketkarten entwickelt und hat beim Stempel ein völlig anderes Aussehen gegenüber Typ P1 bis P4. Es wurden insgesamt nur 9 Maschinen an 6 Paketschaltern eingesetzt.

Wichtige Daten:

  • Francotyp A 9000. Hieraus wurde ab 1961 der Freistempler A 9000 entwickelt.
  • Wichtige Merkmale:
    • Der senkrechte Abdruck hat nur den Wertrahmen, den darunter stehenden Ort und darunter ggf. den Unterscheidungsbuchstaben (z.B. =aa=).
    • Das Datum steht weit unter der Ortsangabe.
    • Kein Achsabstand.
  • Wertrahmen:
  • Wertziffern:
    • *0000 (bisher nur Berlin SW 77)
    • ♦0000
  • Lieferung
    • Ab 1953

Bild:

Senkrechter linksseitiger Abdruck auf Auslandspostkarte.


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Typ P6

Die Maschine konnte durch die abschaltbare Druckfunktion für den Einlieferungsschein auch für Auslandspostkarten eingesetzt werden.

Wichtige Daten:

  • Francotyp Ccm (Antrieb elektrisch).
  • Wichtige Merkmale:
    • Achsabstand 37,5 mm
    • Ortstempel auf der Stammkarte und Einlieferungsschein ersetzt durch Datum.
    • Ort und Unterscheidungsbuchstabe unterhalb Wertrahmen.
      • Der Einlieferungsschein erhält das Porto aus dem Wertrahmen und die Angaben unterhalb des Wertrahmens (Ort, ggf. Unterscheidungsbuchstabe). Anordnung siehe Bild.
    • Der Druckteil für den Einlieferungsschein war abschaltbar.
      Dies war für Auslandspaketkarten notwendig.
  • Wertrahmen:
  • Wertziffern:
    • *0000
    • 0000 (bisher 1 Maschine)
  • Lieferung
    • Ab 1971 (nach Beleg) für viele Postämter (Zahl ist nicht bekannt).

Bild:

Besonderheiten:

  • Die Maschinen konnten im Inland auch für das Bearbeiten von Nachnahmesendungen verwendet werden.
  • Bedingt durch die Abschaltung des Druckteils für den Empfängerabschnitt, konnte die Maschine auch zum Freistempeln von Briefen (auch Eil- und Wertbriefe) und Drucksachen verwendet werden.
  • Drucke auf Papier (nicht Paketkarte). Mit dem ausgeschnittenen Druck des Einlieferungsscheines wurden Wertbriefe versandt (Passau und Vilshofen).
  • Mit Werteinstellung *000 und ohne Ortsangabe wurde sie beim PA Hamburg 38 als innerbetriebliches Hilfsmittel bei der Paketsortierung verwendet.

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