Registrierkassen

Teil Bericht Seite Autor

 Anker

1 7 11  Claus-Peter Clausen
2 13 21  Claus-Peter Clausen
3 64 37  Hans-Joachim Förster, Claus-Peter Clausen
4 65 53 Hans-Joachim Förster, Claus-Peter Clausen
5 72 43  Gerd Eich
6 73 35  Gerd Eich

 National

1 72 45  Gerd Eich
2 73 36  Gerd Eich

 Secura (DDR)

72 50  Gerd Eich

Grundsätzliche Arbeitsweise der Registrierkassen

Registrierkasse (hier Anker alter Bauart)

Mit dem Tastenfeld wurde die Gebühr für das Paket eingestellt und die Paketkarte (nur eine) entsprechend gestempelt. Der Druck wurde je nach Maschinenausrüstung elektrisch oder per Handkurbel ausgelöst. Die einzelnen Summen wurden zu Abrechnungszwecken in einem von zwei Addierwerken aufsummiert.

  • Das Gesamt-Addierwerk konnte nicht manuell zurückgestellt werden. Bei Erreichen eines Höchstwertes wurde automatisch wieder bei Null begonnen.
  • Das Summierungs-Addierwerk konnte manuell zurückgestellt werden, um es bei Massenauflieferung mit mehreren Paketen zu verwenden.

Eine Laufnummer (Kontrollnummer) wurde täglich zu Beginn des Tagesdienstes auf Null gestellt.

Bei falsch eingestelltem Porto wurde wie folgt zu verfahren:

  • Porto zu niedrig: es musste mit Briefmarken nachfrankiert werden.
  • Porto zu hoch: Vermerk auf Paketkarte, Kontrollstreifen und Vermerk in einer Entlastungskarte.

 

Anker

(Bauart alt ab 1921 und Bauart 52 ab 1952)

Der Ersteinsatz erfolgte aufgrund einer Verfügung 133 vom 16.02.1921 zwischen 1921 und 1923 bei den Postämtern Berlin C 1, C 25 (1923 für 2,5 Monate), C 27, SW 68, W 44, Breslau 11, Chemnitz 4, Frankfurt/Main 1, Hamburg 11, Hannover 2, Köln 2, Königsberg/Preußen 1, Leipzig 1, München 3 und Nürnberg 1.

In den Jahren 1924 bis 1945 kamen weitere Kassen (soweit bisher bekannt) zum Einsatz:

  • Reichsgebiet ohne Bayern und Württemberg: 84
  • Bayern und Württemberg: 42
  • Danzig, Böhmen und Mähren, Sudetenland: 0

Ab 1952 kamen Anker-Registrierkassen 52 zum Einsatz.

Bei hohen Gebühren wurden mehrere Stempelabdrucke auf dem Stammteil der Paketkarte übereinander abgedruckt (ggf. zusätzlich auf der Rückseite). Dies war z. B. während der Inflationszeit 1922/1923 und bei Auslandspaketen mit hohen Gebühren notwendig.

Besonderheiten:

  • Stempel der Anker-Registrierkasse wurden nach dem 2. Weltkrieg bei einigen Postämtern auch als Notmaßnahme zur Barfreimachung von Briefsendungen verwendet (z. B. Aschaffenburg, Düsseldorf, Nürnberg).
    Die Belege sind jedoch teilweise „Mache“.
  • Anker-Registrierkassen wurden auch in Paris (1941/42) und Oslo (1929 und 1945) eingesetzt.

 

Stempelabdrucke auf der Paketkarte – Bauart ab 1921:

Paketkarte mit Stempeln auf dem Stammteil (links) und dem Einlieferungsschein (rechts).

Vergrößerter Stempelabdruck auf Stammteil:

Datum Kotrollnummer PA Porto Prägestempel
25 MRZ 29 0273 NÜRNBERG
3
*6.30 Reichsadler

Der Prägestempel kommt bei der Deutschen Reichspost bzw. der Deutschen Bundespost in mehreren Varianten vor.

  • Reichsadler mit/ohne Hakenkreuz stehend (Kopf oben) oder liegend (Kopf rechts).
  • Reichadler mit Hakenkreuz aptiert am Fuß stehend (Kopf oben; nach 1945).
  • Posthorn stehend (nach 1945). Entfällt bei der Baureihe ab 1952.

Bei der Vorführmaschine in Berlin SW 19 am 11.01.1921war die Reihenfolge der Angaben unterschiedlich: Einsatz PA, Datum, Kontrollziffer und Porto. Kein Prägedruck.

 

Vergrößerter Stempelabdruck auf dem Einlieferungsschein (ab Lieferung ca. 1926):

Der Stempel hatte nur das Postamt mit Unterscheidungsbuchstaben und das Datum.

Wichtigste Merkmale dieser Maschine:

  • Die Maschine stempelte in roter bis lila Farbe.
  • Ein Stempel wurde auf dem Stammteil der Paketkarte (rechter Teile der Paketkarte) aufgebracht.
  • Der Einlieferungsabschnitt (linker Teil der Paketkarte für den Absender) erhielt bei Maschinen mit Lieferung nach 1926 in einem Arbeitsgang Stempel. Bis dahin wurde ein üblicher Tagesstempel verwendet.

Stempelabdrucke auf der Paketkarte – Bauart ab 1952:

  • Der Stempelabdruck auf dem Stammteil erfolgte in 2 gleichen Zeilen (Abstand 32 bzw. 35 mm).
  • Kein Prägedruck.
  • Der Einlieferungsschein erhielt einen üblichen Tagesstempel.

 

National

Ab 1952 bzw. ab 1956 waren Maschinen dieses Herstellers – heute NCR – im Einsatz.

Aufbau ähnlich wie bei Anker Registrierkasse 52. National verwendet etwas andere Ziffern (waagrechte Ziffernteile geschwungenen).

  • Der Stempelabdruck auf dem Stammteil erfolgt in 2 gleichen Zeilen (Abstand je nach Variante zwischen 12 und 28 mm).
  • Kein Prägedruck.
  • Der Einlieferungsschein erhält einen üblichen Tagesstempel.

Stempelabdrucke auf dem Stammteil:

  • Die Angaben je Zeile sind in zweizeilig.
  • Unterhalb des Porto der Unterscheidungsbuchstabe (hier  -a – ).
  • Die Angaben je Zeile sind in einzeilig.
  • Vor dem Porto der Unterscheidungsbuchstabe (hier – a -).
    Auch ohne vorkommend.
  • Ortsname ein-/zweizeilig vorkommend.
  • Monatsangabe römisch/arabisch.
  • Die Angaben je Zeile sind in einzeilig.
  • Vor dem Porto der Unterscheidungsbuchstabe (hier – ma -).
  • Ortsnamen auch in Großbuchstaben.
  • Portobetrag 3-/4-stellig (0.00/-0.00).
  • Teilweise vor dem Ortsnamen die 4-stellig PLZ. Dann ist der Unterscheidungsbuchstabe unter dem Ortsnamen.
  • Ab Anfang 1970-Jahre hinter dem Porto der oberen Zeile 3 waagrechte Striche.

Secura

Auch in der DDR kamen Registrierkassen zum Freimachen von Paketkarten zum Einsatz. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurden – soweit vorhanden – die Anker-Kassen weiter verwendet. Später wurden hierfür Maschinen des VEB Secura, Berlin eingesetzt. Leider existieren bisher nur wenige Belege schwarz-weiß.

Paketkarte Postamt Erfurt 1971

Angaben Erfurt 1971:

  • Buchstabe B
  • Wert *002.50
  • Datum -9 XII 71
  • Keine Kontrollnummer

 

Bei anderen Maschinen (z.B. Halle 1981):

  • Kein Buchstabe B.
  • Datum: 1 V (ohne Jahresangabe)
  • Kontrollnummer
  • Wert *00.00